Autorenlesung Jahrgangsstufe 9

Szenische Lesung aus "Daniel — halber Mensch"
Autor David Chotjewitz mit Schauspielern an der Westerwaldschule

Andreas Pfundstein und Moritz Grabbe

Bild vergrößern

An einem Mittwochnachmittag, genau zwischen dem Gedenken an den 75. Jahrestag der Reichsprogromnacht (8. / 9. November) und dem bundesweiten Vorlesetag, machte David Chotjewitz mit zwei Hamburger Schauspielern (Andreas Pfundstein und Moritz Grabbe) Station an der Westerwaldschule auf seiner Lesereise mit dem Buch "Daniel — halber Mensch".
Der Jugendbuchautor stellte den Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 9 zunächst die beiden Hauptfiguren seines Buches vor: Daniel und Armin. Die beiden Jugendlichen waren im Gegensatz zu ihren Eltern große Fans von Adolf Hitler, sie waren total begeistert von der Ernennung zum Reichskanzler und wollten in seiner Bewegung mitmachen. Autor David Chotjewitz trägt aus seinem  Buch vor.

Bild vergrößern

Die Schauspieler, ganz in ihrem Element, veranschaulichten die Geschichte.

Bild vergrößern

Durch die szenische Darbietung der beiden Schauspieler gelang die Vorstellung der beiden hautnah. Besonders die Szene, in der sie Blutsbrüderschaft schlossen, kam bei den Zuhörern gut an.
Doch schon bald traten Probleme auf. Als David von seinem Vater eine Unterschrift für die Beitrittserklärung zur Hitlerjugend brauchte, musste er erfahren, dass seine Mutter Jüdin und er somit ein "Halbjude" war.
Damit war der Traum von der HJ schnell beendet.
Von da an fühlte sich Daniel als halber Mensch und er wurde immer mehr ausgegrenzt. Besonders schlimm war für ihn der Rausschmiss aus der Fußballmannschaft.
Die Vorführung der Schauspieler wurde zum Teil interessanter als die Geschichte selbst.

Bild vergrößern

Zum Schluss konnten die Schüler Fragen stellen, die vom Autor und den Schauspielern mit Freude beantwortet wurden.

Bild vergrößern

Der Roman ist als Rückblick geschildert, und gleich das erste Kapitel erzählt davon, wie Daniel als englischer Offizier 1945 nach Hamburg zurückkehrt. Sicherlich werden einige Schüler auch die Zeit dazwischen kennenlernen wollen.
Die lockere Lesung mit den Schauspielern, die z.B. durch kleine Geräusche, ihre zeitgemäßen Schiebermützen und ihren ganzen Auftritt beeindruckten, gefiel den Schülern besser als normaler Unterricht. Sie waren aufmerksame Beobachter und in der folgenden Diskussionsrunde entstanden viele Fragen nach der Arbeit und den Verdienstmöglichkeiten der Vorleser.
Wie es weiterging, verriet der Autor nicht¸ schließlich wollte er auf das Selber-Lesen neugierig machen.
Das Publikum, Lehrer wie Schüler, war von der Vorführung sehr begeistert.

Bild vergrößern


Siegrun Müller (9R1) ,Eileen Mostowy (9R2)