Eine Satire der Schülerin Klara Bauer aus der Klasse 10G

Eltern

Während ein paar Eltern ihre Jährlinge gut gezügelt und erzogen bekommen, verhätscheln die anderen ihre süßen Knuddelchen zu entweder arroganten oder zu unfähigen Menschen, welche nicht auf eigenen Beinen stehen können. Die zuletzt genannten Eltern sehen ihre "Babys" auch als solche an, obwohl diese schon über 18 sind. Alles in ihrem Universum dreht sich um sie. Ob gekocht, die Wäsche gewaschen oder ein neues Auto gekauft werden muss: Mami und Papi stehen immer zur Stelle. Die wertvollen Sprösslinge tanzen ihnen auf der Nase herum, jedoch können die Eltern nur schielen. Man muss aber auch erwähnen, dass es Eltern gibt, die fähig sind, ihren Nachwuchs zu lebenstüchtigen Erwachsenen heranzuziehen. Die Sprösslinge werden mit Sonne wie auch Regen aufgezogen, sodass sie bereit sind, ihre vollkommene Reife zu erlangen, währenddessen die anderen immer nur ein hauchzartes Blättchen, welches von jedem Lüftchen verweht wird, bleiben werden. Richtig spannend wird es dann, wenn neben Typ 1, dem Fähigen, und Typ 2, dem Unfähigen, der dritte Typ Eltern, die NSA in den Schatten stellende, so genannte Helikopter auftritt. Er ist eine Mischung aus dem Übervorsichtigen aus Typ 2 und einem dauerhaften Stalker und Beschützer. Egal, mit wem sich das Kind trifft, was es macht oder ob es aufs Klo geht, sie wissen es. Alles wird observiert und wehe das Kind macht etwas Gefährliches wie Fahrradfahren. Der Helikopter ist nicht so verhätschelnd wie der unkonsequente Typ 2, jedoch probiert er, seinen Nachwuchs vor allem zu beschützen und will alles wissen. Aber jetzt kommt die Spitze. Wer auf solch eine Situation als Nicht-Eltern trifft, sollte schleunigst vor ihr fliehen.

Wissen sie was passiert, wenn Typ 1, der konsequente und gerechte, Typ 2, der unkonsequente und verhätschelnde und Typ 3, der Helikopter, aufeinander treffen? Besuchen Sie dazu einen Elternabend in der Grundschule. Während die Lehrer die Leistungen und Nicht-Leistungen der kleinen Schlauberger preisgeben, beteuert Typ 2, dass sein Kind alle Leistungen hervorragend erbringt und dass es ja nichts dafür könne, wenn die Arbeit oder gleich der ganze Unterricht zu schwer sei. Im Gegensatz dazu nimmt Typ 1 die Leistung so hin, wie sie ist und wenn sie schlecht ist, wird er sich zusammen mit seinem Kind darum kümmern. Neben dem erklärenden Lehrer, der Typ 1 Tipps gibt, sitzt der Helikopter und kann den Lehrer exakt darüber aufklären, wann sein Kind sich gemeldet hat und wann nicht, er hat ihm eine Bewegungsuhr an das Handgelenk gezogen, die misst so was. Untereinander sind die verschiedenen Eltern-Typen schwer zu ertragen. Während sie alle über ihre Kinder reden und meinen, nur ihr Erziehungsstil sei der einzig Wahre, fragt man sich als Außenstehender, ob man jemals so werden will. Der schwangeren Frau neben mir stand zumindest Panik ins Gesicht geschrieben.


Finn Diez (09R1)